#12 Die Kraft der Wärme

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand 100x50 cm birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Emotionen

Meine Emotionen haben mich einfach wie selbstverständlich im Leben begleitet. Und natürlich sind mir meine negativen Gefühle meist viel stärker präsent. Doch in letzter Zeit beobachte ich meine Stimmungslage genauer.

Und ich bin tatsächlich überrascht, wie viele unterschiedliche Gefühle ich über den Tag verteilt erlebe. Da ist ganz schön Bewegung auf der emotionalen Ebene!

Über den letzten Satz muss ich innerlich schmunzeln, während ich mir die Sonne ins Gesicht scheinen lasse. Es ist früher Abend und schon kühler geworden. Doch die Sonne geht rasch unter, weshalb ich meinen geliebten Kraftplatz hier am Wasserfall im Wald bald verlassen werde.

Als wäre dieser Gedanke ihr Stichwort, höre ich die klare Stimme meiner Lianenfrau, wie ich dieses engelhafte, lichtdurchflutete Wesen nenne. Da steht sie mit einer Liane in der Hand und deutet mir, zu ihr zu kommen.

Also erhebe ich mich. Wie immer freue ich mich, sie wiederzusehen. Noch während sie mir die Liane reicht, sagt sie zu mir:

„Negative Emotionen sind in dir gespeicherte Kräfte, die man rückführen und umwandeln kann in segensreiche Energien. Sie entsprechen dann einem Feld von Helligkeit und Wärme.“

Ich habe gar keine Zeit, darüber nachzudenken, denn im nächsten Augenblick sind wir beide schon in Bewegung und schwingen weit nach vorne …

Innere Welt

Ich finde mich in einer großen Höhle tief in einem Berg wieder. Es ist zwar düster, aber ich kann die Umgebung einigermaßen gut sehen. Woher das bisschen Licht kommt, weiß ich nicht.

Die Luft hier drinnen ist ziemlich kühl und frisch. Da ich an der Wand stehe und die Höhle ganz leer ist, gehe ich vorsichtig zur Mitte nach vorne und beobachte dort ein seltsames Schauspiel.

Viele Eisbrocken unterschiedlicher Größe und Form sind zu einem Haufen aufgeschüttet. Verwundert sehe ich, dass mitten im Eis ein kleines Feuer brennt. Ich kann deutlich wahrnehmen, dass das Feuer fest entschlossen ist, gegen das Eis zu bestehen und erhalten zu bleiben.

Plötzlich höre ich Schritte, die näher kommen. Vielmehr ist es ein Schlurfen. Ich weiche ein wenig zurück. Die Schritte gehören zu einem sehr kleinen, aber kräftigen Mann, der in beiden Händen zwei Eimer vollgefüllt mit Eis heranschleppt.

Sie sind wohl recht schwer, denn es kostet ihn offensichtlich einige Mühe. Er ist so in sein Tun vertieft, dass er mich glücklicherweise gar nicht bemerkt. Nacheinander kippt er das Eis auf den Haufen sichtlich in dem Bestreben, die Flammen zu löschen.

Mit den leeren Eimern macht er sich sogleich wieder auf, um etwas später vollbeladen wiederzukommen. Logischerweise schmilzt das Eis rasch, aber der zwergenhafte Mann gibt nicht auf, Eis nachzuschütten. Woher er es holt, kann ich nicht sagen.

Jedes Mal verschwindet er im dunklen Hintergrund der Höhle und taucht an derselben Stelle mit seiner Ladung wieder auf. Das Feuer indes bewahrt unnachgiebig seine Ruhe und Größe. Es lässt sich wenig stören, schon gar nicht vernichten.

Und dann geschieht es. Als er mit seinen Eiskübeln mal wieder kommt, entdeckt mich der Zwerg. Er erschrickt und wird dann richtig böse. Er brüllt mich an: „Was tust du hier?“

Aus den Augenwinkeln beobachte ich, wie das Feuer diesen Moment der Ablenkung als Chance nutzt, sich aufbäumt und in mein eigenes Herz schwebt, um dort weiter zu brennen.

Eine Woge angenehmer Wärme erfasst und stärkt mich. Dieses Feuer jetzt in mir kann der kleine Mann wohl sehen. Er scheint richtig Angst zu bekommen und will weglaufen.

Aber das gelingt ihm nicht mehr, denn ein rot-oranger Lichtstrahl aus meinem Herzen bohrt sich in sein Zwergenherz und hält ihn dadurch regelrecht fest.

Da sehe ich, dass das Herz des Mannes von einer Eisschicht umgeben ist, die der warme Lichtstrahl nun rasch zum Schmelzen bringt. Herzenswärme trifft auf Gefühlskälte! Das also ist es, was der Zwerg unbedingt verhindern wollte!

Resigniert sackt er nun auf den Boden. Und in diesem Moment wird mir klar, dass er sich mit der Gefühlskälte eine Schutzschicht geschaffen hat im Glauben, dadurch weitere schmerzvolle Erfahrungen zu vermeiden.

Ich verstehe nun auch sein sonderbares und kräfteraubendes Verhalten und empfinde plötzlich Mitgefühl für ihn. Als Nächstes nehme ich wahr, wie er sich vor meinen Augen in Luft auflöst. Erstaunt starre ich auf den jetzt leeren Boden.

Als ich den Blick wieder hebe, hat sich vor mir der Höhlenausgang wie von Zauberhand aufgetan und mit einem Gefühl innerer Stärke und Freude trete ich hinaus ins helle Tageslicht.

Zurück in der Realität

Ich sehe der Liane noch zu, wie sie sich ausschwingt. Dann mache ich mich beschwingt auf den Heimweg.

In mir ist es strahlend hell, während sich um mich herum der Tag in zunehmender Dunkelheit zu Ende neigt.

Ich fühle mich zutiefst beschenkt.

Erkenntnis

Veränderung ist immer möglich.

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

#01 zum Anfang der Geschichte

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