#25 Die dunkle Nacht der Seele

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 40x120 cm. Titel: Schatten & Magie, birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Sinnlosigkeit

Ein dickes, schweres Gefühl von Sinnlosigkeit hat mich gepackt und nimmt sich ungeniert seinen Raum in mir. Rein äußerlich betrachtet, gibt es dafür überhaupt keinen Anlass. „Also hat diese Sinnlosigkeit eigentlich keine Berechtigung da zu sein.“, denke ich genervt.

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#24 Anvertrauen

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 40x120 cm. Titel: Orakel & Botschaft, birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Manchmal, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, nehme ich die Abkürzung über den Friedhof. So ist es auch heute. Schon von weitem fällt mir eine Gestalt auf, die auf einem Hocker vor einem Grab sitzt. Ich weiß sofort, wer es ist. Die Abkürzung führt mich immer an diesem Grab vorbei.

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#23 Sexuelle Energie

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 40x120 cm. Titel: Klang & Energie, birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Weiblichkeit

Ich sitze vor dem Spiegel und bürste gedankenversunken meine Haare. Ruhig und regelmäßig atme ich in die nächtliche Stille hinein. Im Zimmer ist es dunkel, nur das Mondlicht zeichnet meine Konturen sanft und weich nach.

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#22 Zuversicht

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 40x120 cm. Titel: Gedanken & Kraft, birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Strahlend Weiß

Heute ist ein feiner Tag. Schon die ganze Zeit trägt mich ein warmes, positives Gefühl durch die Stunden. Gutgelaunt bin ich gerade dabei, meine frisch gewaschenen weißen Bettlaken auf die Wäscheleine zu hängen, um sie dem sonnigen, blauen Himmel zum Trocknen anzuvertrauen.

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#21 Projektion

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 40x120 cm. Titel: Mysterien & Zirkel, birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Unheilvolle Vermischung

Ich koche gerne. Weil ich dabei kreativ sein kann, und manchmal ist es für mich auch wie Meditation. Jedes Mal, wenn sich meine Familie an den Tisch setzt und ich das Essen serviere, ist es mit Liebe gekocht. So auch heute.

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#20 Geistige Haltung

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 40x120 cm. Titel: Klang & Energie, birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Innehalten

Mit verträumtem Blick beobachte ich das Glitzern der Sonnenstrahlen auf der smaragdgrünen Wasseroberfläche am Wasserfall. Es gibt in diesem herrlichen Moment nichts zu tun, nicht mal zu denken, nur da zu sein. Was für ein Genuss!

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#19 Urteilsfreiheit

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

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Alter Schmerz

Mit einer Freundin saß ich ganz ungezwungen auf den Stufen unserer Veranda. Wir tranken Kaffee und lachten über dieses und jenes. Es war ein schönes, vertrautes Beisammensein.

Bis die Sprache auf ihren schon vor vielen Jahren geschiedenen Mann kam.

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#17 Weitergehen

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand 160x110 cm birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Ohnmacht

Diesmal kann ich die sonst so wohltuende Natur um mich herum nicht so richtig genießen. Das beruhigende Rauschen des Wasserfalls bleibt dezent im Hintergrund meiner Wahrnehmung und die reine Waldluft scheint heute nicht bis in meine Lungen hinein zu dringen.

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#16 Verbundenheit

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand 160x110 cm birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Alleinsein

Ich bin am Wasserfall und denke an gestern. Da saß ich inmitten plaudernder, lieber Menschen und fühlte mich seltsamerweise doch allein. Ich erlebte ein Gefühl von Getrennt-Sein, als ich mich still fragte: „Ist da irgendjemand mit den gleichen Erkenntnissen wie ich? Weiß da noch jemand, was ich wissen darf?“

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#15 Innere Heimat

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

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Nach Hause

Es regnet. Daher nehme ich heute den Bus nach Hause. Etwas erschöpft von meinem Arbeitstag sitze ich auf der Wartebank. In unserem Land weiß man nie so genau, wann der Bus wirklich kommt. Doch da höre ich ihn schon hupen. Was für ein Glück!

An meinem Platz blicke ich eine ganze Weile gedankenverloren aus dem Fenster, vielmehr auf die abgeklatschten Regentropfen. Da taucht kurz das lachende Gesicht der Lianenfrau – meiner feinstofflichen, weisen Freundin – inmitten der Regentropfen auf und dann zeigt sich darin etwas ganz anderes, nämlich …

Innere Welt

… eine größere Waldlichtung, in deren Mitte ein einfaches Holzhaus mit Veranda steht. Sein Anblick kommt mir irgendwie vertraut vor, was ich mir aber nicht erklären kann. Das Haus scheint bewohnt zu sein, denn alle Fensterläden sind geöffnet. Auf der Veranda stehen Möbel.

Außer mir ist an diesem sonnigen Nachmittag niemand sonst zu sehen. Es drängt mich, das Haus zu betreten und sein Inneres kennenzulernen. Also gehe ich neugierig näher. Seltsamerweise habe ich das ungute Gefühl, beobachtet zu werden.

Die Eingangstür ist nur angelehnt. „Hallo! Ist da jemand?“ Mein Rufen bleibt unbeantwortet. Auf der kleinen Veranda gibt es eine Bank und einen Schaukelstuhl. Alles wirkt sehr einladend und sauber, fast so, als ob eben noch jemand hier gewesen wäre. Mit den Händen an meinen Schläfen spähe ich durch die Fenster ins Innere, aber ohne etwas zu erkennen.

Dann öffne ich vorsichtig die Tür. Dabei quietscht sie leise. Abermals rufe ich, wieder kommt keine Antwort. Langsam gehe ich hinein und werde von einer behaglichen Atmosphäre begrüßt. Ich blicke mich um. Hübsch ist es hier!

Die Einrichtung wirkt richtig gemütlich. Auch hier drinnen ist es ordentlich und sauber. Holz liegt zur Verwendung bereit, den Esstisch ziert ein Tischtuch. Ich muss zugeben, dass es mir hier ausgesprochen gut gefällt.

Aber es bleibt weiterhin still. Nichts rührt sich. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass dieses Haus doch verlassen ist. Auch als ich zögerlich die Treppe in den ersten Stock hinaufsteige, finde ich nur leere, aufgeräumte Zimmer vor. Und noch immer begleitet mich das schleichende Gefühl, beobachtet zu werden. Aber von wem nur?

Beim Blick aus einem Fenster sehe ich einen verwilderten Gemüsegarten. Ob das Haus doch länger schon nicht mehr bewohnt ist? Nachdenklich steige ich die Treppe ins Erdgeschoss wieder hinunter.

Mutiger geworden, öffne ich einige Schubladen. Das Inventar ist vollständig, sogar Kerzen und Anzünder liegen bereit – und eine Zeitung! Als ich das Datum sehe, erschrecke ich. Es ist mein Geburtstag. Was hat das alles zu bedeuten?

Ratlos gehe ich wieder ins Freie und lasse mich auf die Bank sinken. Plötzlich höre ich eine klare Stimme: „Willkommen!“ Ich springe auf! Da ich niemand sehen kann, laufe ich einmal um das ganze Haus herum. Aber erfolglos. Ich setze mich wieder hin.

„Schön, dass du da bist!“ Wieder höre ich dieselbe Stimme, noch immer sehe ich kein Gesicht dazu. Und dann dämmert es mir endlich: Es ist das Haus selbst, das da zu mir spricht! „Richtig, ich bin es!“, sagt die Stimme, „Ich freue mich, dass du nach Hause gekommen bist.“

Dieser letzte Satz trifft mich mitten ins Herz und lässt spontan Tränen der Rührung über meine Wangen kullern. Zu Hause! Die Worte hallen wie immer wiederkehrendes Echo in mir nach. Ich spüre, wie eine lange währende Anspannung aus meinem Körper entweicht und einem Gefühl der Erleichterung Platz macht.

Nun weiß ich auch, dass es von Anbeginn das Haus war, das mich beobachtet hat. Mir scheint, als warte es auf irgendeine Reaktion von mir. Da schießt mir die Erkenntnis durch den Kopf und ich sage laut und bestimmt: „Ja, ich bleibe!“

Kaum ausgesprochen, spüre ich die Sonne kräftiger als zuvor auf meine Wangen scheinen. Ich meine, die umliegenden Bäume lächeln und die Pflanzen stärker im Licht schimmern zu sehen! Ein überwältigendes Gefühl von Willkommensein, Angekommensein, einfach – Zu-Hause-Sein – durchflutet mich!

Jetzt höre ich: „Ich habe immer an deine Rückkehr geglaubt.“

Zurück in der Realität

Es rüttelt mich. Der Bus hat angehalten. Noch etwas benommen von diesem inneren Erlebnis steige ich aus. Meine Gedanken arbeiten auf Hochtouren. Ich kann es kaum fassen:

In mir existiert also eine Kraft, die immer an mich glaubt!

Die letzten Meter bis zu meinem Haus habe ich das herrliche Gefühl zu schweben …

Erkenntnis

Heimat ist dort, wo ich bin.

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

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