#34 Rückenwind

Text von Elke Leithner-Steiner

Das Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 40x100 cm. 
Titel: FrauSein - HierundJetzt
von birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

Kindliche Freude

Die Sonne lacht mitten in mein Gesicht. Die Freude lacht laut in mir. Ich bin am Wasserfall und fühle mich wieder einmal glücklich, hier zu sein!

Dieses Gefühl der Freude begleitet mich in letzter Zeit viel häufiger. Und ich ahne, dass die Begegnungen mit meiner Lianenfrau, wie ich meine weise Innere Herzensfreundin nenne, etwas damit zu tun haben.

Kaum an sie gedacht, höre ich auch schon ihre freundliche Stimme:

„Liebe Benita! Du hast Zugang zur kindlichen Freude in dir gefunden. Wie schön! Dieses wunderbare Gefühl schafft Güte und Ausgewogenheit. Das hat positiven Einfluss auf deine Körperchemie und dein Immunsystem!

Es steckt in jedem Menschen und wartet nur darauf, wieder erweckt zu werden. Das ist wichtig für die innere Balance. Und Balance ist ansteckend!“

Dann erzählt sie mir diese Geschichte:

Innere Welt

Er ist schon lange ein fahrender Händler. Er ist es aus Leidenschaft und liebt das Unterwegssein. So hat er viel gesehen und einiges erlebt.

Jetzt gerade ist es Mittagszeit im Hochsommer. Um der Schwüle zu entgehen, macht er Rast im nahen Wald. Er kennt da einen schönen Platz an einer kleinen Quelle.

Kniend über das Wasser gebeugt, schöpft der durstige Mann mit seiner Hand das erfrischend kühle Wasser, als plötzlich ungewöhnlich helles Licht über ihn fällt. Irritiert hebt er das Gesicht und sieht unweit von ihm eine kleine, kindliche Gestalt in weißem Kleid stehen.

Ungläubig reibt er seine Augen. Doch der Blick auf das zarte Wesen verändert sich nicht. Kindliche Fröhlichkeit spiegelt sich im Gesicht der Gestalt wider, sodass ihm rasch sein Schrecken genommen wird.

Ruhig fragt er: „Wer bist du?“ Das Wesen antwortet mit einer Gegenfrage: „Wen siehst du?“ Darauf meint er: “Du siehst wie eine kleine Elfe aus.“ Das Kindchen lacht amüsiert: „Dann bin ich ein Elfenmädchen!“

Wieder fragt er: „Was machst du hier? Ich habe dich noch nie gesehen!“ Ohne zu antworten, überreicht sie ihm ein würfelförmiges, in Goldpapier gewickeltes Päckchen, gerade so groß, dass es in seine Handfläche passt. Ein dünnes Goldband mit Masche ziert das Papier.     

„Hier! Gib das jedem Menschen, dem du begegnest!“ Die Worte klingen noch in seinen Ohren, da ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Das Elfenmädchen und mit ihr der Lichtschein ist verschwunden.

Verwundert blickt er auf das goldene Päckchen in seiner Handfläche. Er fragt sich, wie er ein Päckchen an mehrere Menschen verteilen soll, und warum?

Nachdem er sich ein wenig ausgeruht hat, nimmt er seine Sachen und macht sich mit dem Päckchen in der Hand auf den Weg. Der weitere Tag verläuft gut für ihn. Die Menschen kennen ihn und mögen seine ehrliche und liebenswürdige Art. Vertrauensvoll kaufen sie daher gerne seine Waren.

Folgsam schenkt er das Päckchen dem ersten Kunden, der es freudig entgegennimmt. Doch im Augenblick der Übergabe ist es auch schon wieder verschwunden. Verdattert schauen sich der Händler und der Kunde an, um im nächsten Moment darüber zu lachen, als wäre nichts gewesen.

Beim nächsten Kunden taucht zu seiner Verwunderung das goldene Päckchen plötzlich wieder in seiner Handfläche auf. Auch dieses verschenkt er. Und wieder verschwindet es auf mysteriöse Weise, sobald die andere Person es in der Hand hält.

Und so geht es jedes Mal weiter. Das Päckchen verschwindet, taucht wieder auf, verschwindet wieder. So verteilt er jeden Tag unzählige dieser geheimnisvollen, nur für einen Moment sichtbaren Goldpäckchen.

Natürlich ist er neugierig. Doch irgendetwas hält ihn zurück, das Päckchen zu öffnen. Als wäre es nicht für ihn bestimmt. Schließlich akzeptiert er, wohl nur der Überbringer, aber nicht der Empfänger zu sein.

Mit der Zeit macht er eine interessante Beobachtung. Die Menschen um ihn herum sind freundlicher, entspannter und fröhlicher als früher. Einige kommen auf ihn zu, klopfen ihm auf die Schulter und berichten sogar, dass es ihnen seit der letzten Begegnung mit ihm viel besser gehe.

Das freut ihn zwar, macht ihn aber auch nachdenklich. Wieso hat er kein Päckchen? Und was ist tatsächlich sein Inhalt? Es lässt ihm keine Ruhe, und so sucht er die Waldquelle erneut auf.

Er setzt sich hin und wartet auf das Elfenmädchen. Viele Stunden lang. Es dämmert schon. Enttäuscht und müde vom langen Warten will er sich gerade erheben. „Hier bin ich!“ Da steht das zarte Elfenkind plötzlich vor ihm.

„Ich weiß, warum du gekommen bist. Also will ich dir gleich antworten.“, sagt es versöhnlich. Es deutet auf sein Herz und gewährt ihm einen Blick direkt hinein.

Sein Herz ist innen ausgekleidet mit demselben Goldpapier wie das Päckchen und in der Mitte lacht ihm ein hüpfendes, fröhliches Kind entgegen.

„Jetzt ist es dir bewusst: Diese Freude in dir ist lebendig, daher gibst du sie an andere Menschen weiter. Dafür danke ich dir!“ Und weg ist sie wieder, die kleine Elfe.

Seitdem ist nie mehr wieder ein goldenes Päckchen in seiner Hand aufgetaucht.

Zurück in der Realität

Die Stimme meiner Lianenfrau ist verstummt. Schmunzelnd denke ich an das Elfenmädchen. Mit einem unbeschwerten Gefühl in mir, so als hätte ich Rückenwind im Leben!

Erkenntnis

Lachen ist gesund.

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

#01 zum Anfang der Geschichte

Zum Anhören im YouTube Podcast – Das Licht der Lianenfrau

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