#17 Weitergehen

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand 160x110 cm birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Ohnmacht

Diesmal kann ich die sonst so wohltuende Natur um mich herum nicht so richtig genießen. Das beruhigende Rauschen des Wasserfalls bleibt dezent im Hintergrund meiner Wahrnehmung und die reine Waldluft scheint heute nicht bis in meine Lungen hinein zu dringen.

Obwohl schon einige Tage her, beschäftigt mich ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer Freundin noch immer sehr. In harschem Ton fuhr sie mich nämlich an, mich in einer Sache, die mir aber am Herzen liegt, nicht weiter einzumischen.

Ich war sprachlos! Und im nächsten Augenblick kroch ein Gefühl von Ohnmacht – ja, Ohne-Macht-Sein – und Kleinheit in meinen Brustraum. Es war, als wäre ich gegen eine Wand geknallt.

Und als hätte sie sich in meine Gedanken leise eingeschlichen, ruft mir jetzt aus einiger Entfernung eine vertraute, weibliche Stimme zu:

„Ihr Frauen habt in eurer weiblichen Kraft auch die Zugkraft, solche Momente des Widerstands zu erkennen und dann weiterzugehen! So wird aus jeder Kleinheit Größe!“

Ich hebe meinen Kopf und blicke in die Richtung der Stimme – meiner Lianenfrau.

Was zuvor der Waldluft nicht gelang, so scheinen jetzt wundersamerweise die Klangschwingungen der Worte meiner lichtvollen Meisterin meine Lungenflügel zu füllen und meinen Brustraum angenehm zu weiten.

Erleichtert erhebe ich mich, gehe zu ihr, ergreife eine Liane und im wortlosen Einverständnis schwingen wir gemeinsam hinein in die Feinstofflichkeit der großen, weiten Inneren Welt …

Innere Welt

Ich sehe einen lichtdurchfluteten Raum mit einem wunderschönen Holzboden. Der Raum ist gänzlich leer bis auf eine Holzwiege, die in seiner Mitte steht. Die Wiege, kunstvoll geschnitzt, ist bewohnt von einem wohlgenährten und wohlgepflegten Säugling. Zufrieden lacht mir sein Gesichtchen inmitten blütenweißer, feiner Wäsche entgegen.

Beim Anblick des Babys spüre ich eine sanfte Weichheit, die sich um meine Züge legt. Meine Aufmerksamkeit gleitet von seinem Gesicht nun zu seinem winzigen Herz. Obwohl so klein, ist es doch prall gefüllt mit Energie und Lebendigkeit.

Da legt sich mit einigem Abstand über dieses Herz ein anderes, etwas größeres Herz und verdeckt den Blick auf das darunterliegende, ursprüngliche Herz. Und dann legt sich über das größere Herz, wieder in einiger Entfernung ein noch größeres Herz.

Das wiederholt sich weitere Male, wobei die Herzen immer größer werden und das letzte Herz schließlich mein ganzes Blickfeld ausfüllt – alles vor mir ist eingetaucht in kräftiges, lebensneugieriges Rot.

Aus diesem Herzrot vernehme ich eine Stimme mit den bekannten Worten: „… wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …. “ Und die Stimme fügt hinzu:

„Denn Kinder erweitern durch die Hinzunahme von Wissen ständig ihr System. Das ist, wie wenn man zu Marmelade Pfeffer und zu Schokolade Chili fügt!

Lebenszeit bedeutet die Hinzunahme einer zuvor nicht angenommenen Wahrheit! Es geht im ganzen Leben darum, dieserart weise weiterzugehen und sich von nichts aufhalten zu lassen. Das ist die ganze Inkarnationsweisheit!“

Das Rot vor meinen Augen gibt jetzt den Blick auf ein neues Bild frei. Eine junge barfüßige Frau in einem langen, hellen und luftigen Kleid steht mit weit und seitlich nach oben geöffneten Armen sowie mit erhobenem Blick, die Augen geschlossen, mitten auf einer Waldlichtung.

Sie streckt ihren ganzen Körper hingebungsvoll der Sonne entgegen. Einige Strahlen tauchen direkt in ihr Herz ein. So miteinander verbunden, kommunizieren die Sonnenstrahlen und das Herz miteinander. Ich höre wieder eine Stimme und weiß, dass sie diesmal aus den leuchtenden Strahlen kommt:

„Diese Erde will mit sich und den Menschen weiter. Wenn genügend Menschen weitergehen und das gut heißen, dann erfolgt Schwingungserhöhung.“

Vor der Frau befindet sich nun ein kleiner Teich. Während ich auf seine sonnenbeschienene, ruhige Wasseroberfläche blicken muss, folgt eine weitere Erklärung:

„Wie kaltes Wasser, auf welches warme Sonne brennt. Denn daraus erwächst ja im Weiteren die Seerose!

Und das Wasser sagt auch nicht, es fühlt sich nicht gut an, sondern es gibt sich wei-ch, wei-blich, mit der Erkenntnis, dass das sinnvoll ist und dann kommt Freude! Denn die Liebe hört nie auf!“

Zurück in der Realität

So einfach, wie komplex und auch so wahr! Zum Glück helfen mir die bildhaften Metaphern, all diese Informationen zu verstehen. Also fasse ich für mich zusammen:

Auch wenn ich emotional hinfalle, nicht in der Ohnmacht und Hilflosigkeit der Opferrolle steckenbleiben, sondern meinen Anteil an der Situation erkennen, mir vergeben und – wie man so schön sagt: aufstehen, Krone richten und weitergehen!

Ich bin fest entschlossen, mich immer wieder darin zu üben …

Erkenntnis

Widerstand ist lehrreich.

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

#01 zum Anfang der Geschichte

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