#27 Achtung und Ehre

Idee und Text von Elke Leithner-Steiner

Das Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 50 x 50 cm. 
Titel: Ahnen&Kult
birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

Erniedrigung

Mit einem lauten Aufschrei „Wie bin ich blöd!“ lasse ich mich erschöpft auf den Stuhl in meiner Küche sinken. Ich habe eben meine Einkäufe ausgepackt und bemerkt, dass ich doch das Wichtigste vergessen habe, einzukaufen. Ach, wie ärgerlich!

Während ich innerlich aufgewühlt dasitze, fallen mir plötzlich noch zwei andere Szenen des heutigen Tages ein: Im Geschäft fiel einer Frau eine Saftflasche aus der Hand, zerbrach und der Inhalt ergoss sich über den Boden. „Wie dumm von mir!“ schalt sie sich laut.

Und dann, auf dem Nachhauseweg hörte ich einen Mann zu einer Frau sagen: „Du bist zu nichts zu gebrauchen!“. Die Frau stand stumm mit gesenktem Kopf vor ihm.

Ich seufze laut auf. „Ob Erniedrigung schon zu einer gedankenlosen Gewohnheit oder vielmehr Volkskrankheit geworden ist?, frage ich mich, und schon schleicht sich ein leises Bedauern über mein blitzschnelles und vernichtendes Selbsturteil in mir ein.

Ich schließe meine Augen, um mich wieder zu sammeln. Da taucht vor mir plötzlich das Bild einer großen, braunen Holztür auf.

Davor steht meine mir vertraute geistvolle Begleiterin, meine Lianenfrau, den Türgriff in der einen Hand und mit der anderen Hand winkt sie mich freundlich zu sich.

Dann öffnet sie die Tür nach innen. Ich begegne ihrem aufmunternden Blick, als ich an ihr vorbei in das Innere eines Raumes trete und …    

Innere Welt

… mich im Ankleidezimmer einer Frau befinde. Intuitiv weiß ich, dass eine glanzvolle Ballnacht vor ihr liegt, deren Zauber bereits als Vorfreude in ihrem Herzen knistert. In ihren Bademantel gekleidet und herrlich nach Seife duftend sitzt sie vor ihrem Schminkspiegel.

Mit sicheren Handgriffen benutzt sie ihr Make-Up. Ihre Frisur ist bereits fertig. Die langen Haare kunstvoll nach oben drapiert geben sie den Blick auf ihren schlanken Hals frei.  

Zufrieden betrachtet sie jetzt ihr Gesicht im Spiegel. Sie scheint noch keine Eile zu haben. Dann erhebt sie sich, um vorsichtig in ihr langes Ballkleid zu schlüpfen. Sie wird es heute zum ersten Mal tragen.

Die Schneiderin hat gute Arbeit geleistet. Es ist wunderschön geworden. Schlicht und doch raffiniert. Elegant und in ihrer Lieblingsfarbe.

Als Nächstes zieht sie ihre Schuhe an. Wieder betrachtet sie sich im Spiegel, diesmal in voller Größe. Sie dreht sich langsam nach beiden Seiten, lächelt und setzt sich wieder vor ihren Schminkspiegel.

Auf dem Tisch vor ihr liegt eine längliche Schmuckschatulle. Jetzt ist der Augenblick gekommen, sie zu öffnen.

Darin liegt eine wertvolle Halskette aus funkelnden Edelsteinen mit passenden Ohrringen. Sie greift zuerst zu den Ohrringen. Mit prüfendem Blick dreht sie ihren Kopf leicht nach links und rechts.

Dann nimmt sie vorsichtig die Halskette und legt sie um ihren Hals. Nachdem sie sie verschlossen hat, streichen ihre Finger liebevoll über die Edelsteine. Sie weiß um ihre Kostbarkeit!

Als sie etwas gedankenversunken die Edelsteine an ihrem Hals betrachtet und zärtlich erfühlt, beginnt ein Edelstein plötzlich aufzuleuchten und gibt den Blick in sein Inneres frei.

Verdutzt starrt sie in den Stein und erkennt in der Tiefe seiner Farbe, dass er für Wertschätzung steht. Wertschätzung für sich selbst. Dann leuchtet ein anderer Edelstein auf und in seiner Tiefe erkennt sie die Zuneigung. Zuneigung zu sich selbst.

Wieder leuchtet ein Edelstein auf und sie begreift, dass er für Toleranz steht. Toleranz gegenüber sich selbst. Der nächste Edelstein, der aufleuchtet, vermittelt Würde. Die eigene Würde.

All diese Wahrnehmungen berühren ihr Herz. Noch weitere Edelsteine leuchten auf und sie erkennt ihr eigenes Potential von Fürsorge, von Mitgefühl, von Weisheit, von Besonnenheit.

Ihre emotionale Gerührtheit erzeugt nun eine magnetische Anziehung für die Energie all dieser Edelsteine und ihr ist, als würde ihre Kraft durch die Poren ihrer Haut in alle Zellen ihres Körpers hineingesogen.

Sie fühlt eine Liebe in sich und für sich, die in Worten nicht zu beschreiben ist. Da hört sie eine Stimme: „Ehre sei Dir!“

Zurück in der Realität

Als ich meine Augen wieder öffne, bemerke ich, dass ich irgendwann unbemerkt und instinktiv beide Hände auf mein Dekolleté gelegt habe.

Mein Körper scheint innerlich voll Freude und Lebendigkeit zu vibrieren. So stark ist der Nachklang in mir.

Da beschließe ich, meine unsichtbare Halskette nie mehr abzulegen.

Erkenntnis

Ich bin eine wunderbare Frau.

Idee und Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

#01 zum Anfang der Geschichte

Zum Anhören als YouTube Podcast – Das Licht der Lianenfrau

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