#28 Die Erde und die Frau

Idee und Text von Elke Leithner-Steiner

Das Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 160 x 110 cm. Titel: Welt&Amazonien
birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

Seelenverwandt

Ich arbeite im Gemüsegarten meiner Kindheit. Den Eltern ist der Garten mittlerweile oft schon zu groß und zu beschwerlich.

Mein breitkrempiger Hut schützt meine Haut vor der Sonne. Es ist später Nachmittag, und die Schwüle lässt erahnen, dass es bald regnen wird.

Rasch schneide ich noch Blumen für die Vase ab und ernte einige Süßkartoffeln für das Abendessen.

Dann setze ich mich etwas erschöpft auf eine kleine, abgesplitterte Bank, der all die Jahre sichtlich zugesetzt haben und überblicke noch einmal den mir lange vertrauten Garten.

Er ist gerade so weit gepflegt, dass seine Wildheit zu erkennen ist, aber nicht außer Kontrolle gerät. Genau so mag ich ihn.

Bei diesem Gedanken überkommt mich plötzlich ein Gefühl der Dankbarkeit für den Reichtum an Nahrung und Schönheit, den dieser Fleck Erde über die Jahre schon hervorbringt.

Die Bank knarrt leise. Ich blicke aus meinen Gedanken auf und sehe meine Lianenfrau, die sich neben mich gesetzt hat.

Wie jedes Mal, wenn sie mir bewusst wird, berührt mich augenblicklich die liebevolle Ausstrahlung meiner weisen Inneren Begleiterin. Mit warmen, freundlichen Augen grüßt sie mich, mit ruhiger Stimme spricht sie mich an:

„Frauen erkennt euch in der Erde wieder. Die Erde trägt nicht die Schwere in sich.

Die Erde trägt die Leichtigkeit, die Freiheit in sich. Sie ist auf Liebe ausgelegt.

Die Frau hat eine Entsprechung zur Erde. Sie ist mit ihr seelenverwandt. Jede Blume, jedes Beet – das ist auch die Frau.“

„Wie schön“, denke ich noch, und im nächsten Augenblick ist mir, als würde ich vom Boden abheben …

Innere Welt

Tief fliege ich lustvoll über ein riesiges Blumenfeld. Die fröhliche Buntheit der Wiesenblumen und der intensive Duft ihrer Blüten sind betörend und ansteckend. Fröhlich lacht es in mir, während ich diese Pracht unter mir sehe.

Dann überfliege ich einen Abhang, der in einen Feldweg mündet.

Dort bewegt sich eine umherstreunende Katze. Sie geht langsam und geschmeidig. Das Terrain ist ihr bekannt, wobei sie jetzt gleichmütig die aktuelle Lage erkundet. Schließlich setzt sie sich mitten auf den sonnenbeschienenen Weg und beginnt, ihre Pfoten genüsslich zu reinigen.

Als sie ihren Kopf hebt, landet mein Blick mitten in ihren dunklen Augen. Und in diesem Moment, der die Zeit anzuhalten scheint, durchströmt mich ein warmes Gefühl der Vertrautheit. Als wären das Tier und ich schon immer und auf ewig miteinander verbunden.

Der Weg führt mich weiter in einen Wald. Als ich hineinfliege, spüre ich seine angenehme Kühle und sehe seine vielen schützenden Schattenbereiche. Er lässt mich unverkennbar wissen, dass er auch ein idealer Ort des Rückzugs und der Stille ist.

Instinktiv atme ich seine sauerstoffreiche Luft tief in mich hinein.

Danach überquere ich einen großen Waldsee. Die Klarheit und sonnenglitzernde Schönheit seiner Wasseroberfläche sind betörend und nährend.

Als Nächstes fliege ich wiederum in ein Waldstück hinein. Hier empfängt mich sattes Grün von hohen, alten Bäumen. Stolz und majestätisch wissen sie um ihre Kraft.

Ein Gefühl der Demut begleitet mich, bis ich schließlich den Wald verlasse und über ein angrenzendes, großes Weizenfeld fliege.

Die Sonne scheint ungehindert auf die zahlreichen, bald erntereifen Ähren. Sie wiegen sich ob des vollbrachten, gelungenen Reifeprozesses bereits siegessicher im Wind und bieten einen Anblick von grenzenloser Fülle.

Auch diese Energie atme ich tief in mich hinein.

Vor mir tauchen nun Häuser auf. Mein Flug endet mitten am Marktplatz, der voller Menschen ist. Zur Orientierung blicke ich mich erstmal um.

Es herrscht die rege Betriebsamkeit eines Wochenmarkttages mit all seinen bekannten Geräuschen und Gerüchen. Die Menschen um mich herum kenne ich nicht.

Während ich so dastehe und das Geschehen beobachte, fällt mir auf, dass die Blicke vorbeigehender Leute etwas länger als gewöhnlich auf mir ruhen. Immer, wenn ich dies bemerke, lächeln sie mir freundlich nickend zu.

Ein wenig verwundert über ihr Verhalten beginne ich, über den Platz zu schlendern. Dabei scheine ich noch mehr Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, denn ich werde von vielen fast ehrfürchtig angestarrt. Manche drehen sich sogar nach mir um.

Da sehe ich an einem Marktstand einen lebensgroßen Spiegel. Ich trete davor und nun starre ich selbst mit Verwunderung auf mich.

Jedermann/frau kann in meinen Körper hineinschauen und sieht und spürt förmlich die Fröhlichkeit der Blumenwiese, die Verbundenheit mit den Katzenaugen, die Ruhe des Waldes, die Klarheit und Schönheit des Sees, den Stolz und die Kraft der Bäume, die Fülle der Weizenähren und die Achtung vor all der Schöpfung.

Da frohlockt es in mir: „Die Erde und ich sind eins!“

Ich spaziere weiter und grüße von nun an freudestrahlend zurück

Zurück in der Realität

Das erneute Quietschen der Bank, auf welcher ich sitze, bringt meine Aufmerksamkeit wieder hierher in den Garten. Meine Begleiterin ist gegangen.

Sie hat mir ein wohliges Gefühl von Einklang und Freude dagelassen …

Erkenntnis

Anders denken erhöht das Bewusstsein.

Idee und Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

#01 zum Anfang der Geschichte

Zum Anhören als YouTube Podcast – Das Licht der Lianenfrau

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Ein Gedanke zu “#28 Die Erde und die Frau

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