#14 Das Innere Kind

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand 70x100 cm birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Lianenfrau

Voller Vorfreude blicke ich zu den großen Bäumen im Wald hinüber. Eine ganze Weile sitze ich nun schon an meinem geliebten Platz am Wasserfall. Und mit einem breiten Grinsen im Gesicht erhebe ich mich jetzt.

Da steht sie, meine Lianenfrau, und ihre Aura taucht den umliegenden Wald in goldglänzendes Licht. Ich kann nicht umhin, mich in den Arm zu zwicken, um mich zu vergewissern, dass ich nicht träume!

Wie magnetisch angezogen gehe ich zu dieser feinstofflichen, weisen Frau, die so umsichtig begonnen hat, mir den Weg in meine innere Mitte zu zeigen. Ohne große Worte reicht sie mir eine Liane. Ich ergreife sie voller Vertrauen und schon schwingen wir kraftvoll nach vorne …

Innere Welt

Ich befinde mich in einem Garten und stehe vor einem schaukelnden, kleinen Mädchen. Da ich hinter ihr stehe, bemerkt sie mich nicht.

Plötzlich spüre ich, wie sich unaufhaltsam und klanglos ein Feld von Traurigkeit über das Kind und mich legt. Mit Entsetzen nehme ich wahr, dass diese Traurigkeit für das kleine Mädchen viel zu schwerlastig ist! Mit nach vorne gebeugten Schultern sitzt sie auf ihrer Schaukel. Gerne würde ich sie jetzt tröstend in die Arme nehmen.

Da springt das Mädchen abrupt von der Schaukel und geht schnurstracks in den angrenzenden Wald hinein. Ich gehe ihr nach. Kein einziges Mal dreht sie sich um. Fast habe ich den Eindruck, als wüsste sie von mir. Wir gehen immer tiefer in den Wald hinein. Irgendwann bleibt sie stehen und sinkt auf die Knie. Eine Zeit lang starrt sie mit leerem Blick regungslos auf den Boden.

Ich bin unschlüssig, ob ich näher kommen soll. Das müsste ich aber, um zu erkennen, worauf sie da blickt. „Komm nur“, höre ich ihre Stimme, ohne dass sie mich anzublickt. Sie scheint meine Gedanken zu lesen. Also knie ich mich neben sie und erkenne, dass sie in eine Bodenmulde starrt. Ich tue das jetzt auch und im nächsten Augenblick bohrt sich mein Blick immer tiefer in die Mulde hinein

Da zeigt sich mir eine Familie, die am Esstisch sitzt. Vater, Mutter, drei kleine Töchter. Die Stimmung ist irgendwie gedrückt. Die Mutter scheint krank zu sein und benötigt Hilfe beim Essen. Keiner der Elternteile beachtet die Kinder. Die Mutter nicht, weil sie zu kraftlos ist. Der Vater nicht, weil seine fürsorgende Aufmerksamkeit ganz seiner Frau gilt. Den älteren Mädchen scheint das weniger auszumachen. Sie essen mit Appetit und sind ganz mit sich selbst beschäftigt.

Die sechsjährige jüngste Tochter aber stiert mit dem Löffel lustlos im Essen herum. Ich merke, dass sie Kummer hat und sehr traurig ist. Seit ihre Mutter krank ist, schenken ihr die Eltern wenig liebevolle Aufmerksamkeit. Doch die Kleine sehnt sich nach Berührung, nach Kuscheln und unbeschwerten Scherzen. Sie fühlt sich allein gelassen und einsam. Ihre Traurigkeit spüre ich in meinem Herzen.

Doch dann geschieht etwas Wundersames! Aus der Gestalt der Mutter löst sich eine ganz helle, weibliche Engelsfigur heraus. Schlagartig ändert sich die Atmosphäre im Raum. Es wird viel weicher und leichter. Das bemerken aber nur die Kleine und ich. Die anderen scheinen den Engel überhaupt nicht wahrzunehmen.

Das helle Wesen bewegt sich zum Mädchen hin, lächelt und sagt: „Ich bleibe bei Dir, bis deine Mama wieder gesund ist. Sie hat dich unendlich lieb, braucht jetzt aber all ihre Kräfte für sich.“

Das Kind versteht sofort und erkennt im Engel die liebevolle Art seiner Mutter wieder. Voller Erleichterung isst das Mädchen seinen Teller leer und läuft danach in Begleitung der Engelsgestalt nach draußen. Im Schatten setzen sie sich auf den Erdboden.

Die Kleine schmiegt sich in den schützenden Schoß des Engels, eingehüllt und geborgen in seinem mütterlichen Energiefeld. Aus Blättern und Fasern basteln sie eifrig eine Puppe. Als die Puppe fertig ist, springt das Mädchen freudig auf und läuft davon, um sie ihren Freundinnen zu zeigen.

Der Engel immer an ihrer Seite.

Zurück in der Realität

Ich bin wieder allein im Wald. Eine Erinnerung taucht in mir auf: Als ich Kind war, gab es tatsächlich eine Zeit, in der meine Mutter länger krank war. Daran habe ich ewig nicht mehr gedacht.

Diese Zeit hat wohl Narben in meiner Kinderseele hinterlassen und mir entsprechend Lebenskraft entzogen. Wie schön, dass sich diese an die Vergangenheit gebundene Energie von Traurigkeit gelöst hat!

Mein Blick fällt auf die riesigen, alten Bäume um mich herum. So ruhig und festgewurzelt wie sie dastehen, so ruhig ist es jetzt auch in mir. Mir scheint, als läge ein stabiles Feld von Friedlichkeit über mir …

Erkenntnis

In der Mitte ist es ruhig.

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

#01 zum Anfang der Geschichte

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