#10 Herzstärke

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand 60x60 cm birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Veränderung

Der Kolibri, das geliebte Wesen vom letzten Mal, begleitet und umschwirrt mich oft gedanklich und färbt positiv auf meine Stimmung ab. Von ihm zu wissen, stärkt mich innerlich.

Vor allem in meiner Kultur sind die Menschen, natürlich auch ich, oft laut und diskussionsfreudig. Doch in letzter Zeit bin ich stiller geworden.

Ich ereifere mich nicht mehr so leicht über jedes Gesprächsthema, wie sonst gerne üblich. Ich rede weniger, dafür höre ich mehr zu. Diese wachsende innere Gelassenheit tut gut.

Na so was! Als ich auf den Wasserfall zugehe, erwartet mich dort schon meine Lianenfrau. Ihre lichtvolle Ausstrahlung leuchtet mir entgegen.

Magnetisch und magisch! Noch nie zuvor habe ich jemand wie sie getroffen. Ich freue mich unendlich, sie an meiner Seite zu haben.

Auf dem Weg zu ihr klopft mein Herz stärker als sonst. Fast so, als könnte mein Herz die Begegnung mit meiner Lianenfrau nicht mehr erwarten. Ich wundere mich zwar, doch als ich neben ihr stehe, beginnt sie schon mit sanfter Stimme zu sprechen:

Das Herz

„Das Herz ist der Sitz der Liebe. Liebe ist die Schale für Freude und Licht.

Fülle dein Herz mit möglichst viel Liebe. Nur das ist herzstärkend und dann geht die Angst und ihre vielen Formen von allein.“

Sie legt behutsam ihre linke Handfläche auf mein Herz. Zuerst höre ich die Sätze „Ich bin nicht gut genug. Ich kann das nicht!“ Dann sehe ich plötzlich mein Herz vor mir und zucke zusammen.

Innere Welt

Mein Blick wird in das Innere eines schlapprigen Herzens gezogen, und ich sehe dort eine Wiese mit hohen Laubbäumen.

An einem Baum lehnt eine lange Holzleiter, in deren Mitte ein Loch klafft, weil eine Sprosse gebrochen ist. Sie ist dadurch schwer zu erklimmen.

Vor dem Baum sitzt ein Junge im Teenager-Alter. Den Blick zum Boden gewandt, schüttelt er immer wieder verzweifelt seinen Kopf. Offensichtlich will er mithilfe der Leiter auf den Baum steigen, scheitert jedoch an der kaputten Stelle.

Da erst sehe ich einen großen Hammer neben dem Jungen im Gras liegen. Der Junge schlägt sich mit voller Wucht damit auf den Kopf. Vor Schreck halte ich die Luft an!

Zum Glück bemerke ich jedoch rasch, dass er sich dabei nicht verletzt. So als wäre der Hammer aus einem weichen Material. Jedoch die Geste ist schlimm genug.

Er will sich wohl selbst weh tun und für seine Unzulänglichkeit bestrafen. Wieder höre ich die Sätze: „Ich bin nicht gut genug. Ich kann das nicht!“

Da sehe ich, wie sich dem Jungen von hinten ein Mann mit festen Schritten nähert. Er wirkt entschlossen und klug. Und scheint dem Jungen sehr zugetan zu sein.

Entschieden stellt er sich jetzt vor ihn, verschränkt seine Arme vor der Brust und sagt milde aber bestimmt: „Hör endlich auf, dich selbst zu verurteilen! Schmeiß den Hammer in die Luft!“

Der Junge starrt den Mann verdutzt an, dann erhebt er sich und schleudert den Hammer hoch in die Luft, wo er immer weiter hinauf fliegt, bis er nicht mehr zu sehen ist.

Wieder blickt der Junge überrascht zum Fremden. Dieser tritt nun ganz nah an den Jungen heran, umfasst seinen Kopf mit der rechten Hand und drückt ihn sanft an sein Herz.

In dieser Position und Nähe verharren sie längere Zeit. Der Junge rührt sich nicht und lässt alles mit sich geschehen.

Bum-Bum-Bum! Laut und stetig dringt der Herzschlag des Mannes wie eine nimmermüde Trommel in das Ohr des Jungen.

Bum-Bum-Bum – Ich-liebe-dich. Bum-Bum-Bum – Ich-liebe-dich!

Die Botschaft ist klar und deutlich. Gerührt von dieser Zuneigung rinnen dem Jungen Tränen über die Wangen und versickern warm im Hemd dieses brüderlichen Freundes.

Ich-liebe-dich! Er hört es immer wieder. So ersetzt der beharrliche Herzschlag den destruktiven Hammerschlag!

Nach einer weiteren Weile führt der Mann den Jungen aufmunternd nickend zur Leiter. Der Junge besteigt sie zuversichtlich, wobei er schwungvoll die schadhafte Stelle mit der fehlenden Sprosse passiert.

Oben angekommen winkt er fröhlich herunter. Dabei leuchtet sein Herz sichtbar in strahlendem Rot: „Ich kann es!“

Zurück in der Realität

Instinktiv lege ich meine eigenen Hände auf mein Herz. Ich bin fassungslos, welche Informationen sich darin verbergen, von denen ich nicht mal eine Ahnung habe. Diese Härte mir selbst gegenüber war mir so nicht bewusst.

Ich nehme mir vor, besser auf mein Herz aufzupassen. Nicht immer leicht, ich weiß. Aber ich will es versuchen.

Doch jetzt bin ich einfach nur dankbar, dass es darin mithilfe meiner Lianenfrau wieder ein Stück weit heller, liebevoller geworden ist.

Wo ist sie überhaupt? Ich wende meinen Kopf nach beiden Seiten. Sie ist nicht mehr da und ich denke schmunzelnd „als Erste gekommen, als Erste gegangen …“

Erkenntnis

Im Herzen wohnt die Wahrheit.

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

#01 zum Anfang der Geschichte

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