#25 Die dunkle Nacht der Seele

Text von Elke Leithner-Steiner

Licht der Lianenfrau - Weibliche Kraft leben - Malerei Ausdruck von  Emotion mit Licht, Farbe und Form. Acryl auf Leinwand, 40x120 cm. Titel: Schatten & Magie, birgitneururer.com
Kunst von Birgit Neururer

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Sinnlosigkeit

Ein dickes, schweres Gefühl von Sinnlosigkeit hat mich gepackt und nimmt sich ungeniert seinen Raum in mir. Rein äußerlich betrachtet, gibt es dafür überhaupt keinen Anlass. „Also hat diese Sinnlosigkeit eigentlich keine Berechtigung da zu sein.“, denke ich genervt.

Sie ist aber da! Mit dunklen Gedanken als treuen Gefährten an ihrer Seite, die mich alles hinterfragen lassen:

Wieso brauche ich die Begegnungen der Lianenfrau? Was nützt mir dieses Wissen überhaupt? Andere leben unreflektiert auch nicht schlechter! Gut, ich habe ein anderes Selbst- und Weltbild gewonnen und verstehe einige Lebenszusammenhänge besser, aber trotzdem! Wozu das Ganze?

Das emotionale Loch, in das ich da gefallen bin, scheint riesengroß und bietet Platz für unzählige frustrierende Gedankengänge dieser Art …

Da spüre ich von hinten zwei Hände, die sich weich auf meine Schultern legen. Natürlich weiß ich sofort, zu wem sie gehören. Entmutigt wie ich bin, lasse ich einfach zu, dass sie diesmal über ihre Hände zu mir spricht.

„Du erlebst gerade, was ihr „Die dunkle Nacht der Seele“ nennt. Sie ist hochschöpferisch und lautet: „Ich muss jetzt anders denken.“ Diese erleben alle – wie das Kind im Geburtskanal. Weil nur so geht es voran. Aus diesem Moment lebt die Welt! Es ist der Moment, aus dem sich alles erhebt!

Es ist ein Moment, wo das Vorherige nicht mehr da ist und das Andere noch nicht da ist.“

Dann spielt sich vor meinen inneren Augen Folgendes ab:

Innere Welt

Sie ist ein verantwortungsvolles Mädchen. Das wissen ihre Eltern. Deshalb haben sie sie auch den weiten Weg losgeschickt, um in der Stadt einiges einzukaufen. In ihrem Korb hat sie neben Proviant und der Einkaufsliste auch diesen einen wertvollen Taler.

Sie kennt den Weg. Sie weiß genau, wo sie Rast machen wird und wo sie Trinkwasser schöpfen kann. Frühmorgens schon ist sie los marschiert, erst abends wird sie wieder zu Hause sein.

Nach den ersten Stunden erreicht sie einen Fluss, an dessen Ufer sie sich niederlässt. Sie zieht ihre Schuhe und Socken aus, um ihre Füße im kühlen Wasser zu baden und dabei von einem Apfel abzubeißen. Das macht sie jedes Mal, wenn das Wetter, so wie heute, es erlaubt. Sie darf nur nicht übersehen, zu lange hier zu verweilen, um vor Einbruch der Dunkelheit heim zu kommen.

Als ihr Blick auf den Korb fällt, kann sie der Versuchung nicht widerstehen, ihren Taler heraus zu nehmen. Sie hält ihn mit einer Hand gegen das Sonnenlicht und bewundert seinen goldigen Glanz. Sie weiß, dass in diesem Taler viel harte Arbeit ihrer Eltern steckt.

Noch während sie solches denkt, passiert ihr das Missgeschick. Der Taler schnippt ihr plötzlich aus den Fingern und landet mit einem Platsch im Flusswasser.

Vor Schreck erstarrt, blickt sie atemlos auf die Stelle, wo der Taler versunken ist. Da sie nicht schwimmen kann, und das Wasser zu tief ist, erkennt sie augenblicklich ihre hoffnungslose Lage. Sie kann nicht fassen, was eben, in einem winzigen Bruchteil der Zeit, geschehen ist!

Rasch beginnen unaufhaltsam die Tränen über ihre Wangen zu rinnen. Sie weiß nicht mehr weiter! Ohne diesen Taler kann sie das Notwendige nicht kaufen. Wie werden ihre Eltern sie enttäuscht ausschimpfen! Sie schluchzt bitterlich und kann gar nicht mehr aufhören.

Nach einer langen Zeit ist sie dann zu erschöpft, um weiter zu weinen. In ihr bleibt alles dunkel und lautlos gesellt sich eine kraftlose Stille dazu. Sie kann nicht einmal mehr denken. Da ist nur eine große Leere in ihr. Eine Ewigkeit scheint zu vergehen.

Da tauchen in ihrer Wahrnehmung plötzlich ihre Eltern auf. Überrascht spürt sie, wie sie von beiden tröstend und mit Verständnis für ihre Situation in die Arme genommen wird. „Alles ist gut. Hauptsache, du bist wieder da!“, sagen sie ihr immer wieder. Diese Szene rinnt süß wie Honig in ihre Seele. Sie beruhigt ihre Ängste und schenkt ihr ein zunehmend friedliches Gefühl.

Da springt mit einem Mal ein dicker Fisch aus dem Wasser. Er scheint in der Luft stehen zu bleiben, öffnet weit sein Maul und spuckt in weitem Bogen einen Taler direkt in den Schoß des Mädchens. Und dann noch einen und noch einen! Ebenso schnell wie er aufgetaucht ist, verschwindet er dann wieder im Wasser …

Völlig verdutzt und erst ungläubig blickt das Mädchen auf die drei Taler vor sich. Es dauert eine ganze liebe Weile, bis sie endlich begreift, dass die Taler wirklich real sind. Doch dann legt sie alle rasch in den Korb, springt leichtfüßig auf und setzt ihren Weg eilig fort.

Dabei kann sie nicht aufhören, erleichtert „Danke, Danke, Danke“ vor sich hinzusingen …

Zurück in der Realität

Noch immer ruhen die Hände der Lianenfrau, meiner lichtvollen Mentorin, auf meinen Schultern.

„Das Alte ist der Schmerz und die Angst, das Neue aber ist die Freude.“, sagt sie zu mir. „Jetzt ist der Augenblick, offen zu sein für die Freude! Dann geht es im besten Sinne in deiner Entfaltung weiter!“

Ich weiß nicht mehr, wann sich die Hände von meinem Körper gelöst haben. In mir ist jetzt alles ruhig, da ist kein Hadern mehr. Sondern nur ein Gefühl von Neugier auf – und Zuversicht für – diese neue Zeit der Freude!

Erkenntnis

Alles hat seinen Sinn.

ENDE DER STAFFEL 1

Bleib neugierig und gespannt, wie es bald weiter geht …

Text von Elke Leithner-Steiner

Kunst von Birgit Neururer

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